Tagesbericht im Praktikum auf dem Reiterhof

Tagesbericht 10. März 2011

Um 9:30 Uhr treffe ich im Stall ein und hole mir, nachdem die Hunde Lucky und Momo mich begrüßt haben, direkt Donna Loretta aus dem Stall um sie zu behandeln. Donna Loretta ist eine 6jährige Stute die sich beim Freilauf in der Halle einen Radialis Sehnen Abriss an der linken Vorderhand zugezogen hat. Als ihr Besitzer sie zu uns gebracht hatte konnte sie eigentlich nur auf 3 Beinen laufen. Da er mit der Stute züchten möchte und sie dafür wieder normal laufen können muss, bekommt sie jetzt täglich eine Behandlung mit der Magnetfelddecke und wird gedehnt und massiert. Nachdem ich Donna Loretta also angebunden habe hole ich die Decke lege sie auf die Stute und schalte sie ein. Dann beginne ich mit dem Dehnen. Das betroffene Bein wird 3 mal für 20 Sekunden nach vorne gedehnt und 3 mal für 20 Sekunden nach hinten. Wenn ich damit fertig bin wird mit der Massage angefangen. Auch hier wird im 20er Rhythmus gearbeitet, das bedeutet jede Stelle an der betroffenen Schulter 20 mal auf und ab massieren. Danach wird an dem Bein noch die Sehne ausgestrichen und um das Schritt gehen zu üben führe ich sie noch den Weg zum Offensstall hoch und runter.

Nachdem ich Donna Loretta zurück auf die Koppel gestellt habe hole ich mir eine Schubkarre auf die ich Silage lade. Damit fahre ich herum und gebe jedem Pferd die benötigte Menge. So bekommt zum Beispiel der Haflinger Obi nur eine kleine Portion Silage und eine Zuchtstute die kurz vorm gebären steht eine um einiges größere Menge. Damit alles ordentlich aussieht stelle ich die Schubkarre zurück und fege vor den Boxen und in der Stallgasse.

Um 12 Uhr hole ich mir Farina, eine 22jährige Fuchsstute von der Koppel die ich putze und dann aufsattele und trense. Eine Stunde lang reite ich insgesamt, hauptsächlich locker vorwärts abwärts, was sich am Anfang als gar nicht so einfach gestaltet, aber nach und nach löst sie sich dann doch. Sobald Farina wieder auf der Koppel steht beginnt meine Mittagspause die ich um 14:30 Uhr beende um den Bottich mit Mash umzurühren, welchen Ricarda schon in der Küche vorbereitet hat. Dazu muss ich nur noch den gekochten Leinsamen und einen Eimer Wasser in den Bottich schütten und dann mit den Händen umrühren damit sich auch die Melasse von ganz unten verteilt.

Nun geht es an die Arbeit mit dem Fohlen Fanfan. Während ich sie im Fohlengriff festhalte desinfiziert Ricarda den Nabel mit Jod, welches in einen Eierbecher gefüllt wird und der Nabel dann hinein getunkt wird um sich ganz vollzusaugen. Das ist wichtig da der Nabel eines Neugeborenen sich schnell entzünden kann. Desinfiziert wird ca. 3 tage lang jeden Morgen und Abend. Jetzt halftert Ricarda Fanfan auf und hält sie im Fohlengriff während ich die Beine abstreiche, vorbereitend auf das Hufe geben was später kommt. Jedes Fohlen wird hier von Anfang an mit dem Fohlen-ABC vertraut gemacht um den späteren Umgang zu erleichtern. Denn umso größer das Pferd umso schwieriger wird es natürlich wenn es solche einfachen Grundsachen noch nicht beherrscht. Nachdem wir fertig sind lassen wir Sunshine mit Fanfan auf den Longierzirkel um sich zu bewegen. Das ist wichtig für die Stute und das Fohlen. Während die beiden also laufen miste ich die Box ab und streue neues Stroh nach. Es ist wichtig dass die Box gut eingestreut ist, vorallem weil es noch so kalt ist und auch damit es sich beim aufstehen nicht so schnell Abschürfungen zuzieht. Zusätzlich kommt noch neue Silage für die Stute in die Box.

Da Marvin und Ricarda den Hänger mit Stroh rüber zu den jungen Hengsten mitnehmen wollen werfe ich 18 Bunde Stroh vom Heuboden runter und belade dann zusammen mit Ricarda den Hänger. Direkt anschließend fahren die Beiden los und ich hole mir aus der Küche die Schubkarre mit dem Bottich Mash und fahre damit von Box zu Box. Jedes Pferd bekommt 3 Kellen voll, außer die Shettys nur eine dreiviertel Kelle und Obi der Haflinger anderthalb. Mash kriegen die Pfede jeden Mittwoch und Sonntag. Das regt die Verdauung an und beugt Koliken vor. Normalerweise bekommen sie, je auf den Bedarf des einzelnen Pferdes eingestellt, eingeweichte Pellets, Melasse und Soja und dazu Müsli, Öl, Möhren und teilweise Leinsamen, Beta Carotin, Mega Base und Haemolytan.

Zum Schluss werden noch die Hunde und Katzen gefüttert und da Marvin und Ricarda noch nicht wieder da sind übe ich mit Fee noch das Halftern. Dazu halte ich ihr Leckerlis vor die Nase und ziehe ein großes Halfter über ihres was sie bereits trägt. Fee wurde früher schwer Misshandelt und hat dadurch ein Vertrauensproblem gegenüber Menschen was sich aber seitdem sie auf diesem Hof steht schon enorm verbessert hat und sie macht immer noch große Fortschritte. Vorallem hatte sie am Anfang Angst vor Männern und von allem was sich hinter ihr bewegt. Einfache Dinge wie Decke anziehen Putzen usw sind bei ihr also immer ein schwieriges Unterfangen und wenn die Hufen hinten gemacht werden müssen dann wird sie dafür sogar sediert.

Inzwischen ist es 17:15 Uhr und Ricarda und Marvin sind wieder eingetroffen, was bedeutet das ich Feierabend habe. Also stelle ich nur noch die Futtereimer, welche die Hunde ausgeleckt haben, ineinander und fahre dann nach Hause.