Meine Aufgaben während des Praktikums auf dem Reiterhof
Füttern
Morgens beim Füttern bekommen alle Zuchtstuten Zuchtfutter und die anderen Pferde, abgesehen von Obelix, Farina und den Shettys, Standardfutter. Beides wird in Form von Pellets verabreicht die am Abend zuvor in Eimern eingeweicht werden da sie dann schon aufgehen und dies nicht mehr im Magen der Tiere passiert, wodurch Koliken vorgebeugt werden. Morgens wird zu den Pellets nur noch Müsli gefüttert. Abends gibt es noch zusätzlich, je auf die einzelnen Pferde abgestimmt; eingeweichte Melasse und Soja, außerdem Mineral, Beta Carotin, Haemolytan, im Winter noch Möhren und Öl und für die Stuten mit Fohlen bei Fuß noch Salz, da der Salzleckstein aus der Box genommen wird, damit das Fohlen keinen Durchfall bekommt wenn es davon leckt. Im Winter jeden Abend zum Reinkommen und im Sommer jeden Mittag bekommen die Pferde noch ihre Portion Silage bzw Heu, da es für den Magen eines Pferdes ungesund ist wenn es länger als 6 Stunden kein Raufutter bekommt. Zusätzlich werden den Stuten die kurz vor der Niederkunft stehen noch jeden Morgen und Abend geburtsvorbereitende homöopathische Mittel ins Maul gespritzt.Pferdepflege
Zur Pflege gehört natürlich das Putzen der Tiere. Dies geschieht in regelmäßigen Abständen, was besonders bei den jungen Hengsten und Stuten wichtig ist, damit sie diese grundlegenden Dinge schon kennen und im Umgang später umso anständiger sind. Mindestens alle 2 Wochen fahren wir also zu Zweit rüber zu den Jungtieren und beschäftigen uns ausgiebig mit ihnen. Wichtig ist dabei das man sie noch nicht anbinden darf, weil sie sonst Panik bekommen können und sich das Nackenband verletzen können und dieses schlechte Erlebnis dazu führen kann das man später immer Probleme haben wird dieses Pferd anzubinden. Deswegen nehmen wir jedes Tier einzeln an einen Strick und halten sie beim Putzen selbst fest. Der Sinn dabei besteht vorallem darin den Tieren das Putzen als etwas Schönes, Angenehmes nahezulegen und nicht einmal unbedingt um die Pferde komplett sauber zu bekommen. Das ist eher der Sinn dabei wenn ich die Zuchtstuten am Stall putze. Auch dies geschieht in regelmäßigen Abständen. Dabei kann man sich die Stuten genau anschauen ob z.B. mit den Beinen alles in Ordnung ist und die Stute ganz gesund ist.Umgang mit den Fohlen
Es ist wichtig sich vom ersten Tag an mit den Fohlen zu beschäftigen, damit so wenig wie möglich Scheu aufkommt. Aber das ist von Fohlen zu Fohlen unterschiedlich. Es gibt welche die von Anfang an neugierig und forsch sind, aber auch welche die genau das Gegenteil sind. In den ersten 5 Tagen sehen die Fohlen nur Umrisse. Deswegen, und weil in den ersten Tagen noch die Prägung auf die Mutter läuft, sollte man die Stute mit Fohlen ca. eine Woche separat zu den anderen Pferden stellen.Jeden Morgen und Abend muss der Nabel des Neugeborenen desinfiziert werden, damit sich dieser nicht entzündet. Dazu hält einer das Fohlen fest und der andere tunkt den Nabel in einen Eierbecher, welcher mit Jod gefüllt ist. Je nachdem wie fit das Fohlen ist beginnt man irgendwann in den ersten Tagen damit die Beine abzustreichen zum Vorbereiten aufs Hufe geben und das erste mal ein Halfter anzuziehen. Damit wird es dann für 10 min im Stall mit der Mutter laufen gelassen um sich daran zu gewöhnen. Nach 1-2 Wochen kann man auch schon damit anfangen zu üben am Strick zu laufen. Hierzu zieht man dem Fohlen das Halfter an und macht den Strick dran. Jetzt nimmt man es in den Fohlengriff und führt es hinter der Mutterstute her. Es darf nicht viel Druck auf das Genick ausgeübt werden. Das kann zu schweren Nackenbandverletzungen führen, da die Fohlen in dem Bereich noch nicht gefestigt genug sind. Das bedeutet das man immer so gut es geht nachgeben muss wenn das Fohlen wegzieht, also nur geringen Druck ausüben kann.
In den ersten Tagen beginnt man auch, nachdem das Beine abstreichen geübt wurde, mit dem Hufe geben. Auch hierfür muss eine Person das Fohlen festhalten während der andere die Hufen anhebt und dabei immer beruhigend auf es einspricht wenn es brav den Huf gibt. Wenn es versucht zu treten oder immer wieder das Bein wegzieht darf man nicht loslassen, sondern muss warten bis es still hält. Sonst lernt es direkt am Anfang; wenn es sich wehrt wird es belohnt indem es z.B. den Huf wieder auf dem Boden stellen kann.
Wenn die Stuten in die Fohlenrosse kommen, also in die erste Rosse nach der Geburt, bekommen die meisten Fohlen normalerweise Durchfall, was bedeutet: Fohlenhintern waschen. Das macht eine Person ganz normal mit Seife, Wasser und einem Schwamm, während die andere Person das Fohlen festhält.